Es gibt Tage, an denen läuft alles nach Plan. Und dann gibt es Tage wie diesen.

Wir arbeiten seit einiger Zeit an einem umfassenden Notstromkonzept für unsere Infrastruktur. Erst gestern hatten wir mit den Vorbereitungen begonnen, die ersten Komponenten waren bestellt, die Planung stand. Alles war auf gutem Weg – bis es plötzlich dunkel wurde.

Der Ausfall

Völlig unerwartet, wie es bei solchen Dingen eben ist: Stromausfall. Kompletter Blackout. Der Netzbetreiber war zwar erfreulich schnell vor Ort, doch die Diagnose war ernüchternd: Ein defektes Bauteil am Hausübergabepunkt. Reparatur? Nicht möglich. Empfehlung des Technikers vom Netzbetreiber: Austausch des kompletten Systems.

Ab diesem Moment war klar: Das wird dauern. Und "dauern" ist ein Wort, das man in Verbindung mit laufender IT-Infrastruktur nicht gerne hört.

Die tickende Uhr

Natürlich haben wir USV-Systeme im Einsatz – überall dort, wo es kritisch ist. Aber seien wir ehrlich: Eine USV ist kein Notstromaggregat. Sie ist dafür konzipiert, Stromschwankungen abzufangen und bei einem Ausfall genug Zeit für ein kontrolliertes Herunterfahren zu geben. Wir reden hier von Minuten, nicht von Stunden.

Die USV-Batterien zählten bereits herunter, während wir nach einer Lösung suchten.

Das Ninja-Deployment

Was tut man, wenn Plan A (Netzstrom) ausfällt und Plan B (Notstromversorgung) noch in der Umsetzung steckt? Man improvisiert.

Ein Anruf bei unserem Elektriker, eine kurze Lagebesprechung, und dann ging alles sehr schnell. Innerhalb kürzester Zeit stand ein mobiles Diesel-Aggregat auf dem Hof – mit 9 kVA Leistung, genug um die kritischsten Systeme am Leben zu halten.

Was folgte, war das, was wir intern liebevoll als "Ninja-Deployment" bezeichnen: Schnell, laut, stressig – und mit dem leichten Adrenalin-Kick, der entsteht, wenn man gegen die Zeit arbeitet. Kabel wurden gezogen, Prioritäten gesetzt, und Stück für Stück erwachten die wichtigsten Systeme wieder zum Leben.

Die Lehren

Manchmal braucht es einen Weckruf, um Prioritäten neu zu ordnen. Unser Notstromkonzept war bereits in Arbeit – aber "in Arbeit" schützt nicht vor Murphy's Gesetz.

Was wir aus diesem Tag mitnehmen:

Erstens: USV-Systeme sind unverzichtbar, aber sie sind Brücken, keine Fundamente.

Zweitens: Ein gutes Netzwerk ist Gold wert. Ohne unseren Elektriker, der kurzfristig verfügbar war, und ohne das schnell organisierte Aggregat wäre dieser Tag anders ausgegangen.

Drittens: Notstromkonzepte haben keine niedrige Priorität. Sie haben höchste Priorität – man merkt es nur erst, wenn es zu spät ist.

Wie es weitergeht

Das provisorische Setup hat funktioniert. Die kritischen Systeme liefen wieder, und der Netzbetreiber konnte in Ruhe den Hausanschluss erneuern.

Unser Notstromkonzept? Das wird jetzt mit deutlich mehr Nachdruck umgesetzt. Denn eines ist sicher: Der nächste ungeplante Stromausfall kommt bestimmt. Und dann wollen wir vorbereitet sein – ohne Ninja-Deployment.

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