Nach Monaten der Arbeit ist unser neuer Serverraum "Rackraum3" endlich fast fertig. Bis dahin war es viel, verdammt viel Arbeit – und weil so ein Projekt hinter den Kulissen sonst niemand sieht, gibt es hier den ganzen Baubericht.
Der Plan (und was daraus wurde)
Ausgangspunkt war ein ungenutzter Raum, in dem aufgrund des Alters der Putz an der Decke nicht mehr besonders gut aussah. Der Plan war simpel:
Reißen wir einfach den Putz runter, schrauben neue Rigipsplatten drauf, verspachteln – fertig. Das rocke ich an einem Wochenende.
Naja. Wie das bei alten Gebäuden nun mal so ist: Es kommt immer anders als erwartet. Und so wartete hier eine böse Überraschung auf mich.
Die böse Überraschung
Die Deckenbalken sind wohl über längere Zeit nass geworden – das scheint den Vorbesitzern nicht aufgefallen zu sein. Damals war es üblich, Stroh, Schrot und Schlacke als Isolierung zu verwenden. Vermutlich blieb der Schaden deshalb so lange unentdeckt.


Die restlichen Balken sahen auf den ersten Blick noch gut aus, aber... wer weiß das schon. Also: alles auf. Die Ernüchterung folgte prompt – zwei der sechs Balken waren angegriffen. Zwar nicht so stark wie auf dem Bild, aber wenn man schon alles offen hat, macht man es richtig. Die Entscheidung fiel schnell: Kettensäge an, alles raus. (Dafür haben die Eltern im kommenden Jahr einen warmen Winter 😄)
Im nächsten Schritt wurden neue Balken mit 7 Metern Länge angeliefert (längere hatten sie nicht), die anstelle der alten Deckenbalken eingebaut wurden.
Eine neue Mauer
Da ich den Raum teilen wollte, habe ich eine Mauer eingezogen. Der Hintergrund: Neben dem Raum sollte ein Flur zum angrenzenden Anbau entstehen, damit man nicht jedes Mal durch den Serverraum laufen muss, um in den Anbau zu gelangen.
Kleiner Tipp am Rande: Wenn dich das Personal im Bauhaus und auf der Bauschutt-Deponie beim Einkaufen schon erkennt und begrüßt... warst du zu oft dort 😄


Dem Boden an den Kragen
Nachdem die Mauer stand und man so halb ein Dach über dem Kopf hatte, ging es dem Boden an den Kragen. Hier waren Pflastersteine verbaut – per se nicht schlimm, aber mit einem Gefälle von 8 cm... nicht so geil. Also raus damit.


Aus Kosten- und Machbarkeitsgründen habe ich mich entschieden, wieder Verbundsteine einzubauen. Bei dieser Fläche war das deutlich schmerzfreier, als zu betonieren und später mit einem Estrich zu versiegeln.
Und damit das Ganze nicht wieder 8 cm Gefälle bekommt 😄, wurde der Boden mit Kreuzlinienlaser und Dachlatten mit Splitt sauber abgezogen.


Wände, Türe und der Endspurt
Beim Mauerwerk des Raums handelt es sich um eine 110 cm dicke Steinmauer. Stabil, keine Frage – aber ein Fluch zu bohren. Vor allem, wenn man "nur" Bohrer mit 100 cm Länge hat. Dieses Mauerwerk wurde im nächsten Schritt verkleidet und im Anschluss verputzt.
Dann war es so weit: Im Baumarkt konnte die benötigte Brandschutztüre besorgt werden – und noch ein paar Rigipsplatten. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht mehr sicher, wie viele Anhänger voll Gipsplatten ich insgesamt gekauft habe.

Nachdem alle Gipsplatten angebracht und verspachtelt waren, haben sie noch einen Rauputz erhalten – soll ja schön sein. Und nachdem alles verputzt und die Türe eingebaut war:

Auch die Innenansicht des Raumes kann sich sehen lassen:

Um Strom- und Datenkabel getrennt zu führen, wurden zwei Kabelwannen verbaut.
Was noch fehlt
Aktuell fehlen noch ein paar Kleinigkeiten: Am Boden müssen die Randsteine noch eingepasst und gesägt werden, und die Themen Klimatisierung und Strom stehen ebenfalls noch aus. Aber wenn man den Aufwand bis hierhin betrachtet, ist das eher eine Kleinigkeit.
Umgesetzt wurde das Ganze vor allem an den Wochenenden oder nebenbei im normalen Tagesablauf. Wenn es also in den letzten Monaten mal etwas länger gedauert hat, wisst ihr jetzt, warum – ich war mit dem Gipseimer unterwegs 😄
Die Zahlen zum Projekt
| Material | Menge |
|---|---|
| Erdaushub | ca. 4 Tonnen |
| Bauschutt | ca. 2 Tonnen |
| Beton | ca. 2,5 Tonnen |
| Steine | ...keine Ahnung, viele |